Vom 11. bis zum 13. November 2014 fand die Lesewoche der Taunusschule in Bad Camberg/Hessen statt. Auch ich war mit mehreren Lesungen dabei. An jedem der drei Tage hielt ich drei Lesungen in den Klassen 5, 6, 8 und 9 aus verschiedenen Schulstufen. Die jüngeren Schülerinnen und Schüler hatten viel Spaß mit "Finja und Franzi" bzw. "Weihnachtsflirt und Winterliebe", die 8. und 9. Klassen verfolgten mit Spannung "Elfte Woche", "Vincent, 17, Vater" sowie "Dann mach ich eben Schluss". Die Frage der Lehrerinnen und Lehrer, ob ich denn noch mal wiederkommen würde, habe ich nur zu gern mit "ja" beantwortet, denn ich habe viele angenehme und berührende Momente mitgenommen: Da war z.B. Die Deutschlehrerin, die mich jeden Morgen pünktlich vom Hotel abholte - um 7.20 Uhr. Der Achtklässler, der sich eine Liebesgeschichte wünschte, weil er selber eine Mitschülerin liebt. Die Lehrerin aus Siebenbürgen, die die Verbindung zu Ungarn an meinem Nachnamen erkannte und mir ihre eigene Geschichte erzählte. Der türkische Lehrer, der besonders wach lauschte und mir hinterher gestand, dass er mit dem Gedanken spielt, seine Lebensgeschichte auf Papier zu bringen; von der Kindheit im anatolischen Dorf über die Migration nach Deutschland und den daraus folgenden Kulturschock und wie er es geschafft hat, sich hier zu etablieren. Jene Lehrerin, die das Unmögliche möglich machte, um mir doch noch einen Kaffee zu organisieren und dabei so eloquent und strahlend mit mir plauderte. Ihr Kollege, der in meiner Lesung von persönlichen Erinnerungen so überwältigt wurde, dass er mit den Tränen kämpfte. Die Kinder, die sich erkundigt haben, wo man die Bücher von "Finja und Franzi" denn kaufen könne ...